Gottesdienst an Himmelfahrt

Himmelfahrt 2020 

Musik

Votum

P: Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

G: Amen

P: Der Herr sei mit euch

G: und mit deinem Geist

Begrüßung

Ich begrüße Sie herzlich zu diesem Gottesdienst am Himmelfahrtstag.

Wochenspruch Joh 12

Jesus Christus spricht:

Wenn ich erhöht werde von der Erde,

so will ich alle zu mir ziehen.

Lied EG 445, 1+2(+5) Gott des Himmels und der Erden

Hinführung zum Confiteor - Gebet

 Barmherziger Gott,

wie fern scheinst du uns manchmal zu sein!
Der Himmel, dein Ort,
wirkt so unerreichbar,
wenn es hier auf Erden so wenig nach deinem Willen zugeht

Streit und Hader, Schuld und Versagen verdunkeln den Himmel

In der Stille vertrauen wir dir an,
was zwischen uns steht.
                   (kurze Stille)
Wir bitten: Komm du uns wieder nahe!

Zu Dir kommen wir und sprechen:

Gott, sei mir Sünder gnädig.

 

Alle: Der allmächtige Gott erbarme sich unser,

er vergebe uns unsere Sünde

und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

 

Kyrie EG 178.11

 

Gnadenzusage

L       Der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt.

Durch Jesus Christus überwindet er die Grenzen zwischen uns.
Jesus hat vielen Menschen den Himmel näher gebracht,
und durch seinen Geist  lässt er uns den Himmel erahnen
Wir danken Gott für jeden himmlischen Moment,
der uns ahnen lässt,
wie es dereinst sein wird,
wenn Jesus Christus sein Reich vollenden wirst.

Wer das glaubt und sich zu Jesus hält,

der wird selig werden.

         Das verleihe Gott uns allen. Amen.

 

P:      Darum lobe den Herren meine Seele,

         und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

G:     Der dir alle deine Sünde vergibt,

         und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöset,

der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit

 

P:      Ehre Sei Gott in er Höhe

G:     Und Friede auf Erden, den Menschen ein    Wohlgefallen

 

Glorialied EG 319, 1-4 Die beste Zeit ist mein

 

Tagesgebet

 

Barmherziger Gott

du bist nicht, wo der Himmel ist,

sondern der Himmel ist, wo du bist. 

 

Gib uns den Mut, deinen Himmel unter uns zu suchen,

in uns deine Liebe zu spüren

und nach deinem Wort zu leben,

 

damit wir uns nicht vertrösten lassen auf später,

den Himmel, der kommen soll,

sondern schon heute leben so wie du es willst,

in der Nachfolge Christi,

ermutigt und bestärkt durch den Beistand deines Geistes. Amen

 

Lesung (1. Könige 8, 22-24.26-28)

 

Glaubensbekenntnis

 

Lied EG 449, 1+3 Die güldne Sonne 

 

Predigt Lukas 24,(44-49)50-53

 

Die Gnade unsern Herrn Jesus Christus

und die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes

sei mit euch allen.

 

 

Jesus sprach zu seinen Jüngern:"

Das sind meine Worte,

die ich zu euch gesagt habe,

als ich noch bei euch war:

 

Es muss alles erfüllt werden,

was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen."

 

Da öffnete er ihnen das Verständnis,

so dass sie die Schrift verstanden,

und sprach zu ihnen:

 

"So steht's geschrieben,

dass Christus leiden wird

und auferstehen von den Toten am dritten Tage;

und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.

Fangt an in Jerusalem, und seid dafür Zeugen.

 

Und siehe,                                                                                 ich will auf euch herabsenden,                                              was mein Vater verheißen hat.                                                 Ihr aber sollt in der Stadt bleiben,                                             bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe."

 

Und Jesus führte seine Jünger hinaus bis nach Betanien                                                                                      und hob die Hände                                                                auf und segnete sie.

Und es geschah,                                                                         als er sie segnete, schied er von ihnen

und fuhr auf gen Himmel.

 

Sie aber beteten ihn an

und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude

und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.          

            

Liebe Gemeinde,

 

von einem Rabbi, einem jüdischen Lehrer,

erzählte man sich,

dass er jeden Morgen vor dem Frühgebet zum Himmel aufsteige.

 

Einer von denen,

die das nicht glauben wollten,

legte sich eines Tages auf die Lauer,

um der Sache nachzugehen.

 

Schon lange vor Sonnenaufgang wartete er an der Hausecke

– und sah schließlich,

wie der Rabbi als Holzknecht verkleidet sein Haus verließ und in den Wald ging.

 

Der andere aber folgte ihm,

ohne erkannt zu werden.

 

Er sah den Rabbi Holz fällen und in Stücke hacken.

Dann lud er sich die Holzstücke auf den Rücken,

und schleppte sie in das Haus einer armen, kranken, alten Frau.

 

Als der, der ihm gefolgt war, durchs Fenster schaute, sah er den Rabbi auf dem Boden knien

und den Ofen anzünden…

 

Als die Leute den Mann später gefragt haben,

was es denn nun auf sich habe mit der täglichen Himmelfahrt des Rabbis,

da gab er zur Antwort:

„Er steigt noch höher als bis zum Himmel!“

 

Eine Ortsbestimmung am Himmelfahrtstag.

Der Himmel

– das ist kein Ort,

der irgendwo über der Erde im Weltall zu finden ist.

Im Englischen ist das viel deutlicher ausgedrückt:

Da gibt es zwei Worte für Himmel.

Das Wort „sky“ meint den Himmel über uns.

Und „heaven“ heißt der Ort,

an dem wir Gott ganz nahe sind.

 

Im Deutschen ist es schwieriger,

diesen Unterschied zu verdeutlichen.

 

Und so gibt es viele,

denen der Sinn des heutigen Feiertages verschlossen bleibt;

die nicht recht verstehen und begreifen können,

was mit „Himmelfahrt“ gemeint sein könnte.

 

Was ist das, - der Himmel?

Wo soll er sein?

 

Wir modernen Menschen des 21. Jahrhunderts tun uns jedenfalls schwer mit dem biblischen Weltbild von damals.

Die Erzählung vom Rabbi bringt uns auf eine andere Spur,

sie öffnet vielleicht die Tür zu einem anderen Verständnis des Himmelfahrtsfestes:

Der Himmel ist dort,

wo Menschen Gutes tun;

wo sie einander helfen!

 

Der Rabbi hat durch sein helfendes Handeln den Himmel geerdet.

Durch seine ganz konkrete Hilfe ist schon jetzt und hier der „Himmel auf Erden“ angebrochen.

 

Und noch etwas:

Durch sein verborgenes Tun hat dieser jüdische Lehrer ein überzeugendes Beispiel gegeben

– und hat dadurch den Auftrag,

den Jesus seinen Jüngerinnen und Jünger gibt,

erfüllt:

„Seid Zeugen des Evangeliums.“

 

Jedenfalls hat er durch sein Verhalten etwas bewirkt und ausgelöst bei dem,

der ihn heimlich beobachtet hat:

Der Augenzeuge wird zum Anhänger des Rabbi!

Voller Bewunderung erzählt er von der „Himmelfahrt des Rabbis“ in der Hütte einer hilfsbedürftigen Frau.

Es hat sich etwas in ihm verändert

– in seinem Bewusstsein,

in seiner Einstellung.

Er wird zum Anwalt des Rabbis.

Vielleicht sogar ein anderer Mensch…?

 

Auch bei uns gibt es immer wieder Beispiele für solche Wandlung.

Eine Frau lässt sich zur ehrenamtlichen Krankenhausseelsorgerin ausbilden.

Sie setzt ihre Zeit und Kraft ein,

um Patientinnen und Patienten zu besuchen und ihnen beizustehen.

 

Wie sie dazu gekommen ist?

 

Sie erzählt, wie sie vor einiger Zeit selbst von einer schlimmen Krankheit aus der Bahn geworfen wurde – von heute auf morgen.

 

„Ich war total am Boden“, erinnert sie sich.

„Ich musste mit dem Schlimmsten rechnen.

Aber in dieser schweren Zeit,

da habe ich erfahren,

dass ich echte Freunde habe.

Menschen, die mir geholfen haben,

die für mich da waren;

die mich getröstet und mir Mut gemacht haben.

Da habe ich gespürt, was es heißt:

für andere da zu sein und zu helfen.

 

Und jetzt, wo ich wieder gesund bin,

jetzt möchte ich das,

was ich selbst erfahren habe, weitergeben.

Deshalb engagiere ich mich für andere;

für Menschen, denen meine Hilfe gut tut.

 

Und wissen Sie was?                                                           – Mein Einsatz, mein Engagement erfüllt mich selbst! Das gibt mir etwas,                                                                 was ich sonst nicht bekommen würde!                                              Ich gebe nicht nur etwas                                                                 – ich bekomme auch unendlich viel zurück!“

 

Vielleicht kennen Sie das auch:

„Da wollte ich jemanden besuchen, ermutigen, trösten –  und als ich wieder gegangen bin,                                            da hab‘ ich gemerkt,                                                                   dass ich es war,                                                                          der getröstet und ermutigt worden ist…“

 

Der Tröstende wird selbst getröstet!

Die, die etwas gibt – wird selbst zur Beschenkten!

Bestimmt haben Sie ähnliche Erfahrungen schon einmal gemacht!

 

Überall dort,

wo wir für andere Anwalt und Helferin sind

– da ist schon hier und jetzt ein Stück „Himmel auf Erden“.

 

Das Fest „Christi Himmelfahrt“ öffnet uns die Augen dafür.

 

Schauen wir noch einmal in unseren Bibeltext.

Man schaut und hört eigentlich immer nur auf den zweiten Abschnitt,                                                                      in dem von der Himmelfahrt Jesu berichtet wird.

Aber Jesus spricht zunächst davon,                                          dass er uns als seine Zeugen braucht:

Ihr seid Zeugen für das alles!

 

Und seelsorgerlich und ganz einfühlsam fügt er hinzu:                                                                      Fangt aber erst dann damit an,                                                wenn ihr mit Gottes Geist ausgerüstet seid                                                   – wenn ihr euch dazu ermutigt und gestärkt fühlt!

 

Aus diesen Worten spricht sehr viel Menschenkenntnis und Lebenserfahrung:

Nur wer selbst getröstet ist

– der kann auch andere zu trösten.

Nur wer vorher selbst empfangen hat

– der hat auch etwas zu geben.

Nur wer aufmerksam zuhört

– der findet auch die richtigen Worte.

Nur wer selbst die Liebe Gottes in seinem Leben erfahren hat

– der oder die kann glaubwürdig von der Liebe Gottes erzählen                                                                                 und so zu einem glaubwürdigen Zeugen Jesu werden.

In unserem Bibeltext segnet Jesus beim Abschied seine Jünger,                                                                   damit sie zum Segen für andere werden können.

 

Erst danach erzählt der Evangelist Lukas von der Himmelfahrt Jesu                                                                   – in der Sprache und den Bildern der damaligen Zeit.

 

Weil wir seine Zeuginnen und Zeugen sind                       – deshalb kann Jesus zurückkehren zu seinem Vater.

Darum sind auf vielen Darstellungen dieser Szene auch die Fußabdrücke Jesu zu erkennen –

weil wir in Jesu Spuren wandeln sollen;

weil wir in Wort und Tat zu glaubwürdigen Zeugen werden sollen!

 

Überall dort,                                                                       wo andere Menschen unsere Hilfe erfahren                               – und umgekehrt:                                                                  wo wir die Hilfe und den Beistand anderer erfahren –überall wird dort ein Stück „Himmel auf Erden“ spürbar.

An uns liegt es, den Spuren Jesu zu folgen.

Gottes guter Geist hilft uns dabei.

Jesus hat eine Aufgabe und eine Zusage für uns:

Als Gesegnete werden wir zum Segen für andere.

Und hin und wieder wird durch unser Handeln im Namen Jesu Christi ein Stück „Himmel auf Erden“ spürbar. Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,

bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

 

Lied 501, 1-2 Wie lieblich ist der Maien

 

Abkündigungen

 

Der dreieinige Gott segne unsere Gemeinde und alle ihre Glieder nach dem Reichtum seiner Gnade. Amen.

 

Lied 501, 3-4 Wie lieblich ist der Maien

 

Fürbitten

 

Barmherziger Gott,

ich bitte dich für alle,                                                                  die in diesen Tagen ihren Lehrabschluss-, Quali-, Realschul- und Abitur-Prüfungen schreiben.

Du weißt mit wie viel Unsicherheiten und Erschwernissen die Prüfungsvorbereitungen waren. Hilf allen das Gelernte gut abrufen,                          damit sie ihr Wissen und Können zeigen können. Schenke ihnen Ruhe und Gelassenheit und das nötige Quäntchen Glück.                                                               Segne ihre Anstrengungen mit Erfolg.                         Wir denken besonders an Jasmin, Julian, Aria und Lars

Barmherziger Gott,

wir legen dir eine Familie ans Herz,                                           in der im Moment so viele Sorgen zusammenkommen. Die Sorge um einen dreieinhalbjährigen Jungen,                  der neu mit Diabetes diagnostiziert wurde                                und nun mit seiner Mutter und den neugeborenen Bruder zwei Wochen im Krankenhaus bleiben muss.

Hilf doch, dass er gut eingestellt werden kann,                      dass die Erkrankung sein Leben möglichst wenig beeinträchtigt,                                                                      dass er im besten Fall herauswächst.                              Schenke ihm Geduld,                                                    die vielen Schläuche in seinem kleinen Körper zu ertragen.                                                                         Stärke die Mutter der beiden Jungen,                                      gib ihr jeden Tag die Kraft, die sie braucht, um für ihre Söhne da zu sein.

 

Da ist zudem die Sorge um die Tante der beiden Jungs,                                                                                           die mit einer Krebserkrankung kämpft. Schenke ihr Kraft für die nächste Chemo,                                                      lindere Beschwerden und Nebenwirkungen.                                      Schenke ihr Genesung.          

Und schließlich die Sorge um die Uroma der beiden Jungs:                                                                                       Auch ihr geht es gesundheitlich schlecht                               und sie muss Untersuchungen über sich ergehen lassen.                                                                                      Hilf, dass gefunden wird,                                                    was ihr Beschwerden bereitete                                               und gib, dass ihr geholfen werden kann.

Ich bitte dich für die gesamte Familie:                                  Lege deinen Schutz und Segen auf sie alle, dass sie einander beistehen und sich unterstützen.

Barherziger Gott wir bitten sich für alle Menschen, die Krank sind an Leib und Seele,                                                Schenke Genesung, wo möglich                                und Linderung von Schmerzen.

Sende deine Engel zu den Sterbenden.                                Umhülle sie auf dem letzten Weg mit Trost und Liebe.

Wir bitten dich für unsere verstorbenen Gemeindeglieder Ruth Kirchner und Karin Thalkofer

Führe sie zum Ewigen Leben                                                       Lasse sie schauen, was sie auf Erden geglaubt hat              und lass Ihnen dein ewiges Licht Leuchten

Segne die Familien auf dem Weg der Trauer mit Trost Kraft und Liebe.                                                      Richte sie auf durch die Hoffnung auf die Auferstehung                                                                   und schenke Ihnen jeden Tag die Kraft die sie brauchen.

Danke, barmherziger Gott

dass du unsere Ängste und Unsicherheiten, unsere  Zweifel und Schmerz ernst nimmst.

Danke, dass alles, was wir denken und fühlen, in dir aufgehoben ist.

Danke, dass wir dir alles bringen und es in deine Hände legen dürfen.                                                   Es ist nichts zu klein oder zu unbedeutend.                      Wir müssen uns nicht schämen und nicht darüber nachdenken,                                                               ob unsere kleinen Sorgen groß genug und es wert sind, dass wir sie vor dir aussprechen.

Wir dürfen einfach kommen und alles in deine Hände legen. Danke dafür

 

Vaterunser

 

Sendung und Segen

 

Musik