Gottesdienst am Sonntag Rogate

Herzliche Einladung zum Gottesdienst am Sonntag Rogate.
Entweder um ihn daheim zu feiern oder wer sich aufmachen mag:
Um 10 Uhr in unserer Nachbargemeinde in St Matthäus, Neuses (Friedrich-Rückert-Straße).
natürlich mit Mundschutz und den entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln.

 

Rogate 2020 

 

Musik zum Eingang 

Votum

L:      Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen

Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

G:     Amen

L:      Der Herr sei mit Euch

G:     und mit deinem Geist

 

Freie Begrüßung

 

Liebe Gemeinde,

 

ich begrüße Sie herzlich zu diesem Gottesdienst am Sonntag Rogate.

Der Name des Sonntags ist Programm: Betet.

 

Mir ist das Gebet in Zeit der Pandemie noch einmal wichtiger geworden als zuvor.

Für mich und für andere beten,

das war und ist so wichtig.

Nicht dass es immer die Situation ändert -

Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat –

Aber es verändert mich.

Ich schaue anders auf mein Leben, meine Sorgen und Ängste, wenn ich sie Gott erzähle.

Ich werde freier davon, ruhiger.  

 

Eingangslied EG 319, 1-4 Die beste Zeit im Jahr ist mein

 

Hinführung zum Confiteor - Gebet

 

Barmherziger Gott,

wir kommen zu dir,

mit all dem,

was wir in dieser Woche erlebt haben.

Mit all dem, was uns gelungen ist

allem, was uns Freude gemacht hat.

 

Wir bringen vor dich aber auch all die Ängste und Sorgen dieser Woche,

alles was uns belastet,

wo wir schuldig geworden sind an dir und unseren Mitmenschen

 

 - Stille -

 

Wir bitten: Gott sei mir Sünder gnädig

 

Alle: Der allmächtige Gott erbarme sich unser,

er vergebe uns unsere Sünde

und führe uns zum ewigen Leben.

 

Kyrie 178.2 Kyrie – bitte Ulrike/Markus Ewald Liturgen singen 

 

Zuspruch

 

Der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt.

Und er erbarmt sich täglich neu.

Jesus Christus spricht:

Bittet, so wird euch gegeben,

Klopft an, so wird euch aufgetan.

Wer sich zu Jesus Christus hält

und aus diesem tiefen Vertrauen heraus lebt,

der soll selig werden.

 

Glorialied EG 179.1 Allein Gott in der Höh

 

Kollektengebet

 

Lasst uns beten

 

Gott, unser Vater,
du willst uns geben,
was wir erbitten
im Namen deines Sohnes.

Gib uns deinen Geist, der uns beten lehrt.
Gib uns den Mut,
uns dir anzuvertrauen,
mit unserer Angst und Schuld,
mit unserer Hoffnung und unserer Freude.
Darum bitten wir dich
im Vertrauen auf Jesus Christus. Amen.

 

Lesung

Glaubensbekenntnis

 

Lied EG 501, 1-4 Wie lieblich ist der Maien

 

Predigt zu Matthäus 6, 5-15

 

Jesus spricht:

Und wenn ihr betet,

sollt ihr nicht sein wie die Heuchler,

die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten,

um sich vor den Leuten zu zeigen.

Wahrlich, ich sage euch:

Sie haben ihren Lohn schon gehabt.

 

Wenn du aber betest,

so geh in dein Kämmerlein

und schließ die Tür zu

und bete zu deinem Vater,

der im Verborgenen ist;

und dein Vater,

der in das Verborgene sieht,

wird dir's vergelten.

 

Und wenn ihr betet,

sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden;

denn sie meinen,

sie werden erhört,

wenn sie viele Worte machen.

 

Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen.

Denn euer Vater weiß,

was ihr bedürft,

bevor ihr ihn bittet.

 

Darum sollt ihr so beten:

„Unser Vater im Himmel!

Dein Name werde geheiligt.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.“

 

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt,

so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt,

so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

 

Wir waren jetzt öfter da drinnen.

Am Anfang,

um alles zu verstauen,

die berühmten Nudeln und das berühmte Klopapier.

 

Später, um zu schauen,

ob wirklich alles da ist,

ob da vielleicht noch was zu ergänzen wäre?

 

Jetzt öfter,

um die Vorzüge einer geordneten Vorratshaltung zu genießen.

Einkaufen muss man beinahe nur noch das Frische.

 

Denn uns geht so schnell nichts mehr aus.

Selig sind, die eine Kammer haben,

denn sie können sich Vorräte anlegen.

Bei uns ist es in kombinierte Vorrats- und Wäschekammer im Keller.

 

Und gepriesen sei auch die Tür dieser Kammer.

Die kann man hinter sich zu machen,

einen Moment allein sein,

nur einen Moment,

sich auf die Bierkiste setzen,

seine Vorräte mustern und seine Gedanken denken.

 

Diese vielen Nudeln und die Panik am Anfang.

Die Konservendosen

und die völlig berechtigte Sorge die ganze Zeit.

 

Die Schokolade und die Nerven, weil es dauert.

Das Bier und das Verdrängen.

Es soll endlich vorbei sein.

 

Eine Kammer,

in der es aussieht wie in der Herzenskammer,

ganz innen in mir,

durcheinander und unaufgeräumt

und immer zu voll.

 

„Wenn du aber betest,

so geh in dein Kämmerlein“, sagt Jesus.

 

Das ist oft so verstanden worden:

Wenn du betest,

dann such dir einen besonderen Ort dafür

und eine besondere Zeit,

schließ die Tür zu

und sorge dafür,

dass dich niemand stören kann in deinem Gespräch mit Gott.

 

Mach Platz für Gott und dich.

Nimm dich raus aus deinem Leben,

eine halbe Stunde am Morgen oder am Abend,

als stille Zeit für Gott und dich.

 

Und dann kannst du wieder reingehen in dein Leben, innerlich befreit und aufgeräumt.

Nur,

dass gerade das im Alltag besonders schwer ist,

weil so es mühsam ist,

Zeiten und Orte dafür zu finden

und Ungestörtheit erst recht.

 

Aber so ist es auch nicht gemeint.

Jesus spricht vom Kämmerlein.

Dem Griechischen Wortsinn nach ist die Vorratskammer gemeint.

 

Es gab sie zur Zeit Jesu in jedem Haus,

denn Vorratshaltung war lebenswichtig.

Ein Raum ohne Fenster,

dunkel und kühl,

ziemlich eng

und bestimmt nicht besonders aufgeräumt,

denn wer guckt da schon hinein.

 

Aber darin ist alles aufbewahrt,

was man zum Leben braucht.

Man kann sich dort holen,

was einen nährt.

 

So wie diese Vorratskammer sollen die Orte sein,

an denen ihr betet, sagt Jesus.

Ein Teil eures Alltags,

eine kurze Unterbrechung,

schnell etwas holen und wieder raus.

 

Oder auch einen Moment bleiben,

weil ihr was sucht.

Und ihr könnt immer sicher sein,

es hier zu finden.

„Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft,

bevor ihr ihn bittet.“

 

So ist Beten:

Als hocke Gott immer schon in dieser Vorratskammer,

in einer Ecke gequetscht

oder irgendwie noch quer hinten im Regal liegend.

 

Und würde uns sehen,

wie wir durch die Tür kommen,

unseren suchenden Blick auch im Dämmerlicht dieser Kammer.

Und uns jedes Mal begrüßen mit den Worten:

„Ich weiß, was du brauchst“.

 

Nämlich etwas anderes als Nudeln und Klopapier und Dosen und Schokolade und Bier.

Weil Gott bis in unsere Herzenskammern sieht,

auf die Panik und die nutzlose Sorge darin,

unsere bloßliegenden Nerven und das Verdrängen, alles so durcheinander und unaufgeräumt und immer zu voll.

 

Und es braucht Gott gegenüber keine langen Erklärungen von unserer Seite,

keine ausführlichen Schilderungen der Situation, keine Analyse der Probleme.

 

Mit Gott und uns ist es so,

wie man es sich immer wünscht:

Verstanden zu sein,

ohne es überhaupt aussprechen zu müssen.

Beten ist:

Gott einen Moment in unsere unaufgeräumten Herzen schauen lassen.

 

Beten braucht keine Worte.

Aber wenn ihr doch welche braucht, sagt Jesus, wenn ihr beten und damit ein bisschen aufräumen wollt in euren Herzenskammern,

dann nehmt dafür die Worte,

die ich euch gebe.

 

Dieses Gebet ist selbst eine Vorratskammer.

Es ist alles darin,

was ihr zum Leben braucht.

 

Wenn ihr es betet,

sprecht ihr mit Gott wie mit einem guten Vater.

Gegen eure Angst und Sorgen setzt ihr auf seine Nähe und Liebe.

Ihr sprecht vom Brot,

das an jedem Tag da ist

und eure Sorgen kleiner werden lässt.

 

Ihr erinnert euch,

wie viel wir einander zu vergeben haben,

nicht nur um unserer Nerven willen.

Und ihr sprecht auch von dem Bösen,

versteckt in dunklen Ecken, hinten im Regal,

 aber trotzdem da,

gegen alles Verdrängen.

 

Nicht alles in diesem Gebet braucht ihr zu allen Zeiten in eurem Leben.

Aber in diesem Gebet ist alles aufbewahrt,

bis ihr es braucht.

Und an diese Vorräte gehen, das ist Beten. Amen

 

Predigtlied KAA 023, 1-3 Gott hört dein Gebet

 

Abkündigungen

 

Fürbitten

Lasst uns beten

Vater unser.
Du bist unser Vater,
dir verdanken wir unser Leben.
Dir sagen wir,
worauf wir hoffen,
wonach wir uns sehen,
wovor wir uns fürchten.

 

Geheiligt werde dein Name.
Wir hoffen darauf,
dass deine Liebe die Welt verwandelt.
Verwandle uns,
damit wir deine Liebe zeigen.

 

Dein Reich komme.
Wir sehnen uns danach,
dass sich Gerechtigkeit und Frieden küssen.
Schaffe deinem Frieden Raum,
damit die Sanftmütigen das Erdreich besitzen.

 

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Wir fürchten uns davor,
dass Leid und Krankheit kein Ende haben.
Heile die Kranken und behüte die Leidenden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Nicht nur uns,
auch denen, die verzweifelt nach Hilfe rufen,
die vor den Trümmern ihres Lebens stehen
und die sich vor der Zukunft fürchten.
Du bist die Quelle des Lebens,
verbanne den Hunger.

 

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Öffne unsere harten Herzen für die Vergebung.
Öffne die Fäuste der Gewalttäter für die Sanftmut.
Lenke unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Versöhne uns und alle Welt.

 

Führe uns nicht in Versuchung.
Dein Wort ist das Leben.
Du kannst unsere Herzen verschließen vor Neid, Gier und Hochmut.
Halte uns ab von Hass und Gewalttätigkeit.
Bewahre uns vor den falschen Wegen!

 

Erlöse uns von dem Bösen
Öffne unsere Augen,
damit wir das Böse hinter seinen Verkleidungen erkennen.
Lass uns dem Bösen widerstehen und
befreie alle, die in der Gewalt des Bösen gefangen sind.

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Du rufst uns beim Namen.
Du siehst uns -
wo wir auch sind,
am Küchentisch, in der Kirchenbank, in unseren Kammern.
Bei dir schweigen Angst und Schmerz. Auf dich hoffen wir heute und alle Tage.
In Jesu Namen vertrauen wir uns dir an.

 

Vaterunser

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen,

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Sendung und Segen

 

Gott, wie Vater und Mutter, segne dich:
... dein Lachen und dein Weinen.
... dein Vertrauen und dein Zweifeln.
... die Fülle und den Mangel deines Lebens.

 

Jesus, unser Heiland und Erlöser, segne dich:
... deine Freunde und deine Feinde.
... deine Schönheit und deine Wunde.
... dein Vergehen und dein Auferstehen mitten im Leben.

 

Heiliger Geist, Windhauch und Feuer, segne dich:
... deine Leidenschaft und deine Müdigkeit.
... dein Tun und dein Lassen.
... die Kraft in deinen Händen und deines Herzens.

 

So segne dich Gott in allem, was du bist, damit du allem selbst Segen bist.  

Amen - so ist es.

 

Musik zum Ausgang