Gottesdienst am Ostersonntag

 Coburg, 12. April 2020

Gottesdienst am Ostersonntag

Liebe Gemeinde, liebe Nachbarn im Viertel,

Ostern – das wichtigste Fest der Christenheit ganz ohne Gottesdienste? Einige haben schon vorgeschlagen, Ostern dieses Jahr zu verschieben.

Aber das Schöne ist: Ostern ist wie der Frühling, den wir dieser Tage mit so viel Sonnenschein. Der Frühling kommt trotz aller Sorgen und Nöte und tut unserer Seele gut.

Und mit Ostern ist es genauso: Ostern kommt „trotz allem“ oder vielleicht „gerade wegen allem“, was uns Angst bereitet. Ostern feiert den Sieg des Lebens über den Tod, ein Botschaft, die im Moment gar nicht genug gepredigt werden kann. 

Ich wünsche uns allen einen gesegneten Gottesdienst.

Gott behüte Sie und Ihre Lieben. Bleiben Sie gesund.

Herzliche Grüße,

Detlev Juranek

 

 

 

Kerze anzünden

Stille

 

Vorspiel Orgelimprovisation Peter Stenglein Christ ist erstanden

 

Votum/Begrüßung

 

Detlev: Der Herr ist auferstanden

 

Er ist wahrhaftig auferstanden

 

Wir feiern diesen Gottesdienst als Fest des Lebens

im Namen Gottes,

der Quelle, aus der alles Leben entspringt,

 

im Namen Jesu Christi,

dem lebendigen Wasser,

 

im Namen des Heiligen Geistes,

der unseren Lebensdurst stillt

und unsere Kraft erneuert.

Amen.

 

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,

Der Himmel und Erde gemacht hat

 

Eingangslied mp3 eg 99 Christ ist erstanden 

 

Nach Psalm 27

 

Gott ist mein Licht, wenn es finster ist.

Wenn ich Angst habe,

ist der Ewige mein Schutz.

 

D:Vor wem sollte ich mich fürchten?

Vor den Menschen? Gott ist stärker.

Vor dem Alleinsein? Gott ist bei mir.

 

Verlass mich nicht, Gott,

zeige mir meinen Weg,

und begleite mich dabei.

 

Wenn du nur bei mir bist, habe ich Mut.

Wenn du mir hilfst, bin ich stark.

 

Du, Gott, bist mein Licht in der Finsternis

und mein Schutz in der Nacht.

Ich danke dir, dass du mir hilfst.

Ich danke dir, dass du mir hilfst.

 

 

Tagesgebet

 

Lasst uns beten:

 

Jesus,

du bist auferstanden,

du lebst - Halleluja.

Darüber freuen wir uns.

 

Jesus,

nicht alle können sich freuen,

aus verschiedenen Gründen.

Gerade für sie bist du da.

 

Stärke unsere Hoffnung auf dich.

Erfülle unser Herz mit

Osterglauben durch dein Wort.

Halleluja - wir wollen dich loben und preisen. Amen.

 

Lesung (Johannes 20, 1.11b-18)

 

Das Evangelium für den Ostersonntag steht bei Johannes im 20. Kapitel

 

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens,

als es noch dunkel war, zum Grab

und sah,

dass der Stein vom Grab weggenommen

und das Grab leer war.  

 

Während sie weinte,

beugte sie sich in die Grabkammer hinein.

Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf,

den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.

 

Die Engel sagten zu ihr:

Frau, warum weinst du?

 

Sie antwortete ihnen:

Sie haben meinen Herrn weggenommen

und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.

 

Als sie das gesagt hatte,

wandte sie sich um und sah Jesus dastehen,

wusste aber nicht, dass es Jesus war.

 

Jesus sagte zu ihr:

Frau, warum weinst du?

Wen suchst du?

 

Sie meinte, es sei der Gärtner,

und sagte zu ihm:

Herr, wenn du ihn weggebracht hast,

sag mir, wohin du ihn gelegt hast!

Dann will ich ihn holen.

 

Jesus sagte zu ihr: Maria!

Da wandte sie sich um

und sagte auf Hebräisch zu ihm:

Rabbuni!, das heißt: Meister.

 

Jesus sagte zu ihr:

Halte mich nicht fest;

denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen:

Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater,

zu meinem Gott und eurem Gott.

 

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen:

Ich habe den Herrn gesehen.

Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

 

Glaubensbekenntnis

 

Lasst uns auf das Wort Gottes antworten und gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:

 

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

 

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen,

zu richten, die Lebenden und die Toten.

 

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten,

und das ewige Leben. Amen.

Lied mp3 Gelobt sei Gott im höchsten Thron Adt-Kesselmeyer-Feuerbacher-Groth

 

Predigt

 

Liebe Gemeinde,

 

Es ist Ostern!

Zugegeben,

das mag wie eine Selbstverständlichkeit klingen.

 

Ostersonntag um ganz genau zu sein.

Naja, werden Sie jetzt vielleicht denken,

das ist ja nun wirklich nichts aufregend Neues,

was er uns da erzählt.

Das wissen wir auch, dass heute Ostern ist. 

 

Es mag selbstverständlich klingen,

aber lassen Sie mich diese Selbstverständlichkeit kurz unterbrechen:

 

Woher wissen Sie denn eigentlich,

dass heute Ostern ist?

Natürlich ist auch das eine blöde Frage,

ich weiß

– es steht ja schließlich im Kalender.

Ostersonntag, 12. April 2020, alles klar.

 

Aber ganz so klar ist das dann doch nicht:

Letztes Jahr war Ostern am 21. April.

Und nächstes Jahr fällt es auf den 4. April.

 

Das lässt dann doch die Frage aufkommen:

Wann bitte schön ist eigentlich Ostern?

Mit Weihnachten ist das leichter:

Das ist immer am 25. Dezember,

der Heilige Abend am 24.

 

Ostern lässt sich scheinbar gar nicht so leicht auf einen Tag festzulegen.  

 

Die Schlauen wissen:

Ostern ist immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.

Und weil das Mondjahr sich vom Sonnenjahr unterscheidet,

wechselt der Termin.

 

Aber vielleicht hat das Nicht-auf-einen Tag-festlegen-können auch mit dem Charakter des Osterfestes an sich zu tun.

 

Warum feiern wir denn Ostern?

Um uns an Jesu Auferstehung zu erinnern.

Auch wieder so eine scheinbare Selbstverständlichkeit.

 

Aber:

Die Bibel liefert uns keinen Bericht über Jesu Auferstehung.

Kein detaillierter Augenzeugenbericht,

der erzählt,

wie es denn nun genau vor sich ging,

als Jesus von den Toten auferstand.

 

Alles was wir haben sind die Berichte vom leeren Grab – und: entscheidender noch:

Die Begegnungen mit dem Auferstandenen,

- Maria von Magdala zuerst,

die anderen Frauen, Salome und noch eine Maria

Petrus,

der Lieblingsjünger,

Thomas,

die anderen Jünger,

viele deren Namen wir nicht kennen,

und nicht zuletzt die beiden Emmausjünger,

 

- Sie alle sind dem Auferstandenen begegnet.

Und diese Begegnungen haben ihr Leben verändert!

 

Der Predigttext erzählt davon,

wie es für die Jünger Ostern wurde:

Die Maria Magdalena und die anderen Frauen hatten es schon erfahren,

für sie war es schon Ostern geworden,

aber für die anderen war noch nicht so weit.

Eben weil sie dem Auferstandenen noch nicht begegnet sind

 

Der Evangelist Lukas schreibt:

 

Als die Jünger aber davon redeten,

trat er selbst, Jesus, mitten unter sie

und sprach zu ihnen:

Friede sei mit euch!

 

Sie erschraken aber

und fürchteten sich

und meinten,

sie sähen einen Geist.

 

Und er sprach zu ihnen:

Was seid ihr so erschrocken,

und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße,

ich bin's selber.

Fasst mich an und seht;

denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen,

wie ihr seht, dass ich sie habe.

 

Und als er das gesagt hatte,

zeigte er ihnen die Hände und Füße.

 

Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude

und sich verwunderten,

sprach er zu ihnen:

Habt ihr hier etwas zu essen?

 

Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor.

Und er nahm's und aß vor ihnen.

Er sprach aber zu ihnen:

Das sind meine Worte,

die ich zu euch gesagt habe,

als ich noch bei euch war:

 

Es muss alles erfüllt werden,

was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose,

in den Propheten und in den Psalmen.

 

Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden.

 

Kurzes musikalisches Zwischenspiel Peter Stenglein

So schön ist Auferstehung!

So schön ist es,

wenn vom Leben enttäuschte Menschen aufstehen, wenn es für sie Ostern wird,

wenn sie mit "Kraft aus der Höhe" ausgerüstet werden und sie wieder neu ins Leben gehen können.

 

"Friede sei mit euch!"

Damit fängt alles an.

Jesus durchbricht die Mauern aus Angst und Trauer

und spricht den Seinen Frieden zu.

 

Wie in ein Schneckenhaus,

so hatten sich die Jünger nach den furchtbaren Ereignissen des Karfreitags zurückgezogen.

 

Der Schmerz ist einfach zu groß,

so etwas wollen sie nie mehr erleben.

Und so machen sie die Türen und die Fensterläden zu;

 

sie wollen nichts mehr hören und sehen von der Welt.. Sie wollen allein sein mit ihrem Leid und ihrer Trauer, mit ihren enttäuschten Hoffnungen,

den Fragen nach dem Warum.

 

Wer hätte es ihnen verdenken können,

wenn sie jetzt gebrochen gewesen wären

und all ihre Kraft verloren hätten?

(Wer hätte sich wundern dürfen,

wenn sie resigniert ihr Leben weiter gefristet hätten.)

 

Aus all dem werden sie herausgeholt,

als Jesus mitten unter sie tritt,

die dicken Mauern durchbricht und zu ihnen spricht: "Friede sei mit euch!"

 

Damit sind die Zweifel nicht einfach weg.

Auferstehung geschieht nicht so,

dass alle Zweifel mit einem Schlag weggewischt sind.

 

Der Zweifel ist der Zwillingsbruder des Glaubens.

Glauben heißt,

auf etwas vertrauen

und von etwas leben,

dass außerhalb unserer Macht liegt.

 

Glauben schließt immer das Risiko ein,

enttäuscht und allein gelassen zu werden.

Deshalb ist der Glaube immer von Zweifeln begleitet.

 

Und Jesus verurteilt die Jünger nicht dafür,

dass sie zweifeln.

Er nimmt sie ernst mit ihrer enttäuschten Hoffnung.

 

Er zeigt ihnen ganz ruhig die Male,

die die Nägel hinterlassen haben.

Er lässt sie mit Händen fühlen,

dass er kein eingebildetes Gespenst ist,

sondern tatsächlich lebt.

 

Menschen lassen sich niemals nur durch Worte überzeugen - damals wie heute.

Menschen wollen spüren,

dass Gott da ist

Sie wollen  "schmecken und sehen,

wie freundlich der Herr ist“

 

Und dann bittet Jesus sie um etwas zu essen.

Gibt es ein schöneres Zeichen von neu erwachtem Leben als gemeinsam zu essen?

 

Nur ein Schritt fehlt jetzt noch,

dass wirklich Ostern werden kann für die Jünger.

Nur noch ein Schritt,

nämlich die Antwort auf die Frage "Warum?

Warum musste Jesus sterben?"

 

Es musste so sein!

So war es vorherbestimmt.

Das ist die schlichte Antwort, die Jesus gibt.

 

Gott wollte es so.

Er wollte bei den Menschen sein,

er wollte mit ihnen mitgehen

und ist darum Mensch geworden.

 

Gott hat seinen Sohn gesandt,

weil er das Leid der Menschen teilen wollte,

in Jesus ihre Last tragen wollte.

In Jesus ist er den Weg bis in den Tod mit ihnen gegangen.

Aber der Tod konnte Jesus nicht halten.

Er hat für uns den Tod besiegt:

 

Das Rätsel des Todes ist damit nicht lösbarer und verstehbarer geworden.

Aber es ist ein großer Trost,

wenn man den Tod nicht mehr als grausames Schicksal erleben muss.

 

Wir dürfen darauf vertrauen:

Selbst im Tod sind wir geborgen in Gott.

Es ist ein großer Trost,

wenn man glauben kann:

Wir werden immer wieder fallen,

vielleicht sehr tief fallen,

aber niemals tiefer als in Gottes Hand.

 

Und mehr noch:

Jesus hat den Tod überwunden.

„Ich lebe und ihr sollt auch leben“

Das ist seine Verheißung an uns.

 

Und als die Jünger das erkennen,

da ist es wirklich Ostern für sie geworden.

 

Allerdings:

Ostern duldet keinen Stillstand,

Ostern eignet sich nicht zum Sitzen bleiben.

 

Als es für die Jünger endlich Ostern geworden ist, verschwindet Jesus.

Er bleibt unverfügbar.

Aber das ist nicht schlimm,

er ist längst in ihren Herzen:

 

Als ihre Herzen brannten,

als die Verzweiflung der Hoffnung Platz machen musste,

da wurde es Ostern für die Jünger.

 

Es geht an Ostern weniger um die Auferstehung Jesu an sich

als vielmehr um die Erfahrungen,

die Menschen mit dem Auferstandenen gemacht haben.

 

In diesem Licht gesehen,

wird Ostern zu etwas,

dass immer wieder von neuem geschieht.

 

Ostern geschieht immer dann,

wenn jemand trotz aller Angst,

den einen - nächsten Schritt wagt,

und sich dem Leben stellt.

 

Ostern geschieht, dann,

wenn ich mein eigenes Dunkel wahrnehme

und es annehme,

wenn ich nicht davor flüchte,

sondern tapfer hindurch gehe,

der Ahnung von Licht entgegen.

 

Ostern ist dort,

wo Menschen sich streiten

und sich die Hand zur Versöhnung reichen.

 

Ostern ist dann,

wenn einer an den andern denkt,

ihm, ihr Gutes will,

ohne dafür etwas zurückzubekommen.

 

Ostern ist dann,

wenn ich mich in die Trauer meines Freundes mit hineinbegebe,

um wenigstens ein kleines Licht für ihn anzuzünden.

 

Ostern ist immer dann und dort,

wo die Hoffnung ein wenig größer ist als die Verzweiflung,

wo der Mut die Angst überwindet,

und die Dunkelheit zur Dämmerung wird.

 

Wo ein Mensch plötzlich spürt:

Das Ende ist nicht das Ende,

der Tod ist nicht der Sieger.

 

Nicht der Tod ist das letzte Wort Gottes über uns Menschen,

sondern das Leben

 

Das ist Ostern.

Ostern geschieht immer dann und dort,

wo sich das Leben als stärker erweist, als der Tod.

 

In diesem Jahr fällt Ostern auf den 12. April  – Vergessen Sie’s!

Ostern kann nur in Ihnen

und mit Ihnen geschehen

– wenn in Ihrem ganz persönlichem Leben

ein Licht im Dunkel aufstrahlt,

wenn Hoffnung aufkeimt,

wenn die Zuversicht größer ist als die Verzweiflung.

 

Der 31. Mai ist dafür genauso gut wie der 12. April

Oder vielleicht ist Ostern für Sie dieses Jahr erst am 22. September.

 

Ich vermute,

für viele wird es dieses Jahr erst Ostern sein,

wenn die Corona Krise überwunden ist.

Wenn Großeltern endlich wieder ihre Enkel sehen können,

Wenn wir Traurige ohne Angst in den Arm nehmen können,

wenn wir uns im Fußballstadion wieder jubelnd in die Arme fallen.

 

Aber: Es lohnt sich schon heute und jetzt,

Ostermomente im Alltag zu sammeln

und zu feiern. 

 

Etwa die Geschichte der 103-jährigen,

die nach 6 Tagen Krankenhaus entlassen wurde

und die Corona Erkrankung überwunden hat

 

Aber auch die Wunder im Alltag:

Menschen, die für ihre älteren Nachbarn einkaufen, obwohl sie sie vorher kaum gekannt haben.

 

Oder: Da ruft die eine Schwester die andere nach Jahren des Streits an und bittet um Vergebung. 

 

Ostern geschieht immer dann und dort,

wo sich das Leben stärker erweist, als der Tod.

Das kann am 11. Februar genauso geschehen

wie am 13. Oktober.

 

Vielleicht sind Sie ja aber auch einer der glückseligen Menschen,

für die jeden Tag Ostern ist,

die jeden Tag Oster Momente entdecken.

 

Ostern ist kein Termin,

der sich im Kalender eintragen lässt.

Ostern ereignet sich im Leben eines Menschen ganz individuell, ganz einzigartig.

 

Und doch

– es ist eine gemeinsame Erfahrung von Christinnen und Christen,

dass es im Dunkel Licht gibt,

dass es da eine Hoffnung gibt,

eine tiefe Sehnsucht nach Leben,

- sicher: für jeden anders und ganz individuell.

Aber in der Grunderfahrung doch verbindend

– Und ein Grund zum Feiern.

 

Dafür stehen wir als Christinnen und Christen ein,

dass ein wenig mehr Hoffnung in der Welt ist als Verzweiflung,

dass das Leben stärker ist als der Tod

und dass der Auferstandene mitten unter uns ist

- hier und heute,

- dass feiern wir heute – miteinander.

 

Wir feiern es heute,

auch wenn Ihr Ostern vielleicht schon vor sechs Wochen war,

oder Ihr Ostern noch aussteht,

oder Sie immer Ostern leben.

Um dieses miteinander feiern zu können,

braucht es nun eben einen Termin.

 

Um dieses Miteinander feiern zu können,

braucht es vor allem Sie,

jeden und jede einzelne.

Sie sind,

wir alle sind die Träger eines reichen Schatzes an Oster-Erfahrungen.

Um dieses Miteinander feiern zu können,

braucht es Menschen,

die von ihren Oster-Erfahrungen erzählen.

 

Erlauben Sie mir also eine letzte Frage:

Wann und wo ist es bei Ihnen in diesem Jahr Ostern

geworden? Amen

 

Predigtlied mp3 Jesus lebt mit ihm auch ich Schulte Gerth

 

Fürbitten

 

Lasst uns beten:

Barmherziger Gott,
Hab Dank für all die Menschen,

die für uns alle arbeiten:

Ärztinnen und Pfleger,

all die anderen Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen,

die Engagierten in Feuerwehr, Rettungsdienst und THW, Polizisten, Angestellte in der Verwaltung und bei der Müllabfuhr

und nicht zuletzt die Frauen und Männer im Einzelhandel, in den Banken und an den Tankstellen.

Danke, dass sie und andere für uns da sind.

Behüte sie vor Ansteckung und erhalte sie gesund.

Und hilf uns,

dass wir die Anerkennung,

die diese Berufe derzeit erfahren, nicht vergessen, sondern uns für gerechte Bezahlung und verbesserte Arbeitsbedingungen einsetzen.

 

Barmherziger Gott,
Ich bete für die Kinder und Jugendlichen,

denen das Getrennt-Sein von ihren Freunden

und von den Großeltern schwer fällt;

auch dass sie nicht in den Kindergarten, die Schule oder auf Spielplätze dürfen.

 

Schenke ihnen Geduld und Phantasie,

andere Wege zu finden, zu lernen, zu spielen und miteinander verbunden zu bleiben.

Erhalte ihnen Freude und Lebensglück jeden Tag.

Ich bete für alle,

die getrennt von Ihren Lieben sind.

Lindere Einsamkeit, Sehnsucht und Trauer.

Stell ihnen Menschen zur Seite,

die auffangen, trösten und Mut machen.

 

Barmherziger Gott

ich bete

für alle, die von Kurzarbeit betroffen sind,

alle die ihren Arbeitsplatz verloren haben

und alle, die als Selbständige um ihre Existenz fürchten.

Gib doch,

dass die Hilfen der Regierung dort ankommen,

wo sie gebraucht werden und Gutes bewirken.

 

Schenke uns,

dass wir in dieser Krise als Gesellschaft wachsen

in der Solidarität, im Teilen und Füreinander einstehen.

Gib, dass wir nicht nur in unserer eigenen Angst und Sorgen gefangen sind,

sondern auch die Not der anderen sehen,

- hier bei uns und weltweit.

 

Barmherziger Gott
Stelle deine Engel vor uns,

wenn die Angst nach unserer Seele greift

und Sorgen vor der Zukunft uns überfallen.

Schenke uns Kraft , Mut, Besonnenheit und Zuversicht, uns dem zu stellen, was auf uns zukommt.                                    Umhülle uns mit deiner Liebe wie mit einem wärmenden Mantel.

 

All das Gesagte und all das,

was wir noch in unserem Herzen tragen,

legen wir in die Worte,

die Jesus uns gelehrt hat

 

Vaterunser

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen,

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

 

Sendungswort

 

Geht in die kommende Woche

Behütet getröstet und gestärkt unter dem Segen unseres Gottes:

 

Segen

 

Gott sei vor euch,

um euch den Weg zu weisen.

 

Gott sei neben euch

als ein Freund auf dem Weg – allezeit

Gott sei hinter Euch,

um euch zu schützen vor der Heimtücke und Nachrede böser Menschen.

 

Gott sei unter euch,

um euch aufzufangen, wenn ihr schwach seid.

 

Gott sei in euch,

um euch zu trösten,

wenn ihr traurig seid

und um euch Kraft für den Alltag zu geben.

 

Gott sei über euch,

um euch zu segnen mit seiner freundlichen Liebe.

 

So segne und behüte Euch der dreieinige Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

 

Nachspiel Peter Stenglein

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben frohe und gesegnete Ostern