Gottesdienst am Altjahrsabend 2020

Musik

Votum

P       Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

G      Amen.

P       Der Herr sei mit Euch

G      und mit deinem Geist

Begrüßung

Ich begrüße Sie herzlich zu diesem Gottesdienst am Altjahresabend.

Wir feiern am Jahresende Gottesdienst feiern,

um uns dankbar erinnern an das vergangene Jahr.

Wir lassen los und legen in Gottes Hände

Missglücktes, Unerledigtes, Bedrückendes und Schmerzliches.

Wir danken Gott und prägen uns ein,

was bleiben soll, was gut war, was wachsen konnte.

 

Lied 637, 1+ 5 Von guten Mächten

 

Kyrie

 

Wir bitten dich, Gott, um dein Erbarmen.

gebet In deine Hände legen wir, was uns bewegt:

unsere Dankbarkeit für das vergangene Jahr

und unsere Traurigkeit über Lebensabbrüche

und verpasste Gelegenheiten,

unser Versagen im Tun und Lassen,

im Reden und Schweigen.

Wir bringen dir auch unsere gespannte Erwartung

auf das kommende Jahr.

Erbarme dich, Gott.

 

Gnadenzuspruch

 

Gott erbarmt sich unser:

Barmherzig und gnädig ist der Herr,

geduldig und von großer Güte

Aus Gottes Güte leben wir - jeden Tag neu.

Wer das glaubt und getauft ist, der wird selig werden.

Das verleihe Gott uns allen. Amen

P: (Darum:) Lobe den Herren meine Seele,

         und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

G: Der dir alle deine Sünde vergibt,

         und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,

der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit

 

Lied EG 321, 1-3 Nun danket alle Gott

 

Gebet

 

Barmherziger Gott,

du begleitest uns mit deiner Treue durch die Jahre.

Wir blicken dankbar zurück

und schauen gespannt voraus.

Was wir zurück lassen müssen - dir vertrauen wir es an.
Was wir mitnehmen - hilf du es uns tragen.
Was uns erwartet - lass es uns annehmen.

Altes, das uns belastet, und Neues, das uns ängstet:

Lass es umschlossen sein vom Vertrauen auf dich.

Das bitten wir durch Jesus Christus,

der mit dir und dem Heiligen Geist lebt

und Leben schenkt.

 

Lesung

Glaubensbekenntnis

 

Lied EG 023, 1-3 Meine Zeit steht in deinen Händen

 

Ansprache 2. Mose 13,20-22

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen

 

So zogen die Israeliten aus von Sukkot

und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste.

Und der HERR zog vor ihnen her,

am Tage in einer Wolkensäule,

um sie den rechten Weg zu führen,

und bei Nacht in einer Feuersäule,

um ihnen zu leuchten,

damit sie Tag und Nacht wandern konnten.

Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.

 

Wir sind bald da.

Nur noch 600 Kilometer.

Wer schon einmal mit dem Auto nach Frankreich gefahren ist

oder in ein anderes entferntes Land,

der weiß,

600 km sind am Ende gar nicht mehr so viel.

 

Es sind dann nur die letzten Stunden einer wirklich langen Reise.

Und du kannst sagen:

Wir sind bald da.

Jetzt sind es wirklich nur noch 600 Kilometer.

 

Aber wenn 600 Kilometer dein ganzer Weg sind

und wenn du ihn – sagen wir - zu Fuß gehen sollst.

Dann sind 600 Kilometer

der Beginn einer wirklich langen Reise.

 

600 Kilometer.

Das ist in etwa die Luftlinie zwischen Ägypten und Israel.

 

Und die Israeliten waren bereit,

jeden dieser Kilometer plus alle nötigen Umwege, zu laufen,

um endlich nach Hause zu kommen.

600 Kilometer weg von der Sklaverei.

600 Kilometer hin zu einem neuen Anfang.

 

Also Flucht nach vorne.

Den östlichen Rand des Kulturlandes hatten sie schnell erreicht.

Sie passierten Sukkot,

eine Ortschaft am Rande Ägyptens.

 

Und dann überschritten sie die magische Grenze.

Jetzt war Ägypten wirklich Vergangenheit.

Jetzt waren auf der Sinaihalbinsel.

 

Jetzt waren sie...in der Wüste.

Denn nur dieser Weg führte sie nach Hause.

So zogen sie aus von Sukkot

und lagerten sich in Etam

am Rande der Wüste.

 

Zwischen Sukkot und Etam.

Vielleicht fühlt es sich heute Abend für manche so an.

 

Eigentlich nicht mehr im Alten,

aber auch noch lange nicht da,

wo man hinwill.

 

Dieses Jahr war ein politischer und gesellschaftlicher Kraftakt

und für manche auch ein persönlicher Kraftakt.

 

Noch im Januar und Februar gab es

die Golden Globes, die Oscars und Grammys,

das RTL Dschungelcamp und die Berlinale,

 

aber seit März gab es dann vorallem

die Angst und Sorge vor der einen unsichtbaren Gefahr.

 

Das Coronavirus ging uns alle an.

Abstand halten,

nicht in den Arm nehmen,

Weg bleiben,

 Absagen, Ausladen -

 

Das alles sollten „Neins“ aus Fürsorge, aus Mitmenschlichkeit werden.

 

So sind wir durchs Jahr gegangen.

In weiten Teilen festlos und schmucklos.

Kein Theater und Konzert,

Keine EM und keine großen Familienfeiern.

Wenig Reisen

und bitte möglichst keinen Besuch.

Damit es besser wird.

Damit es später wieder geht.

 

Und auch am letzten Abend dieses Jahres

sind wir damit nicht fertig.

Wir sind noch nicht am Ziel.

 

Keiner mag sagen,

wieviele Kilometer es noch sind

und es fühlt sich vielleicht an,

wie zwischen Sukkot und Etam.

 

Nicht mehr ganz versklavt,

aber immer noch in der Wüste.

 

Fakt ist, in 6 1/1 Stunden ist es dann vorbei,

dieses Krisenjahr

.

Und auch ganz unabhängig von Corona

endet ein Jahr eines ganz persönlichen Weges,

den jede und jeder von uns gegangen ist.

 

Wie endet dieses Jahr für Sie?

Was ist gekommen, wie Sie es sich erhofft haben?

Und was ist ganz anders gekommen?

Wofür sind sie dankbar in diesem Jahr gewesen?

Was waren gute Stunden?

Und wo lag Ihr Kummer, der Schmerz und die Tränen?

 

Für die meisten von uns wird dieses Jahr beides dagewesen sein.

Das Schöne und das Schwere..

Der Schmerz und die Dankbarkeit.

Der Tod und das Leben.

Neue Kräfte und so richtige Erschöpfung.

 

2020 –

es war wunderbar.

Und es war grauenhaft.

Und jetzt geht es zu Ende. Nur noch 6 ½ Stunden.

 

Hier ist es auch nicht besser als gestern

– wird vielleicht einer gesagt haben.

Damals zwischen Sukkot und Etam.

 

Lauf einfach weiter,

wird ihm einer entgegnet haben.

Denn vom Stehenbleiben kommst du auch nicht an.

Der Auszug der Israeliten aus Ägypten.

Das war einer der ganz großen Aufbrüche.

Ein Drama von Furcht und Kampf.

Israel verlässt das Kulturland

und geht in die unbekannte, bedrohliche Wüste.

 

Aber die Geschichte besagt:

Sie haben das nicht allein getan.

Denn es heißt:

der Herr zog vor ihnen her,

am Tage in einer Wolkensäule,

um sie den rechten Weg zu führen,

und bei Nacht in einer Feuersäule,

um ihnen zu leuchten,

damit sie Tag und Nacht wandern konnten.

Und Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage

noch die Feuersäule bei Nacht.

 

Zwischen Sukkot und Etam.

Da kannten sie die Fußschmerzen

und irgendwo hat immer einer gemault und gemeutert.

Und doch sind sie weiter gezogen,

haben ihre Nasen in den Wind zu halten.

 

Und dann hat eine gerufen:

Hier ist Gott.

Er ist über uns,

und vor uns

und hinter uns und neben uns.

Jeden einzelnen der 600 Kilometer.

 

Unser Auszug aus diesem Jahr,

er ist nicht ganz so spektakulär wie der Durchzug durchs Schilfmeer,

als Mose mit dem Stab die Wasser geteilt hat.

 

Für uns sind es keine 600 Kilometer mehr bis ins Neue Jahr.

Es sind vielleicht nur noch die Schritte ins eigene Haus.

Vielleicht noch einmal der Schritt in den Garten oder auf den Balkon,

 

Dann um Mitternacht:

Der Blick in den Himmel und die Feststellung,

dass es wirklich stiller ist in diesem Jahr.

Dunkler auch.

Und das war es dann.

 

Und dann stehen da doch in unseren Häusern irgendwo die unsichtbaren gepackten Koffer.

Geschnürt mit allem,

was mit soll ins neue Jahr,

an Vorhaben, Wünschen,

so soll es werden.

 

Und daneben steht,

was hier bleiben soll.

Weil es das Herz schwermacht,

weil es ins Neue nicht gehört.

 

Auch dafür ist der Abend heut da.

Das was nicht mit soll,

hier her bringen.

und es Gott anbefehlen.

„Das hier Gott,

das Schere und Belastende des vergangenen Jahres - in der Stille legen wir es in deine Hand.“

 

Stille

 

„Das nehmen wir nicht mit. Das lassen wir hier.“

 

Und jetzt lassen wir den letzten Stunden dieses Jahres ihren friedlichen Lauf.

 

Es gibt nichts mehr zu tun,

nicht mehr zu regeln,

und es gibt auch nichts mehr abzusagen.

 

Nur die Nase in den Wind halten beim Tritt auf Balkon oder Terrasse

und annehmen,

fest darauf vertrauen,

dass Gott da ist.

Vor uns

und hinter uns,

Neben uns

und über uns.

 

Und wenn wir morgen früh zum ersten Schritt anheben,

dann geht zuversichtlich in ein neues Jahr.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen.

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Amen.

 

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,

bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Lied 596, 1-2 Harre, meine Seele

 

Abkündigungen mit Jahresrückblick der Gemeinde

 

Vorerst können wir keine Präsenzgottesdienste mehr feiern,

Statt dessen Zoom Gottesdienste

Die Zugangsdaten erhalten Sie via Mail

Wenn Sie auf den Verteiler wollen, bitte eine mail schreiben

Sie finden Sie auch auf unserer Homepage für den jeweiligen Gottesdienst hinterlegt http://www.katharinavonbora-coburg.de/

 

Die nächsten Gottesdienste:

Neujahr, 1.1. um 17 Uhr

Epiphanias,  6.1. um 10 Uhr

1. Sonntag nach Epiphanias, 10.1. um 10 Uhr

 

Am Silvester sammeln wir in der Katharina von Bora Gemeinde noch einmal  für die Arbeit von Brot für die Welt.

Sie können über das Spendenportal Twingle eine Online Kollekte geben, für die wichtige Arbeit von Brot für die Welt,

oder auch für die Kirchengemeinde.

 

Den Link  zu Twingle finden Sie auf der Homepage oder auch bei den Einladungen

https://spenden.twingle.de/katharina-von-bora-gemeinde-coburg/elkb/tw5faaa585f0ba1/page

 

Gott segne die Gebenden und die Verwendung der Gaben.

 

Statistik

 

Auch in diesem Jahr wurde für unsere Gemeinde natürlich Statistik geführt:

 

Im vergangenen Jahr wurden 8 Kinder und 1 Erwachsener getauft.

 Im Jahr zuvor waren es 16 Kinder und Erwachsene.

 

Im Mai wurden 7 Jugendliche konfirmiert, fünf weitere folgen im Frühjahr.

Im Jahr davor waren es 4.

Wir freuen uns über 12 Jugendliche in unserem gemeinsamen Konfirmandenkurs mit St. Markus.  

 

2 Trauungen wurden vollzogen, - im vorausgegangenen Jahr hatten sich 3 Paare trauen lassen.

 

22 Gemeindeglieder wurden bestattet,

2019 waren es 33.

15 Gemeindeglieder sind aus der Kirche ausgetreten, im vergangenen Jahr waren es 13

 

Eingetreten ist dieses Jahr eine Person,

letztes Jahr waren es auch Gemeindeglieder, die (wieder) eingetreten sind.

 

Der dreieinige Gott segne unsere Gemeinde und alle ihre Glieder nach dem Reichtum seiner Gnade. Amen

 

Lied 369, 1-3 + 7 Wer nur den liebe Gott lässt walten  

 
Fürbitten

 

Lasst uns beten:

 

Barmherziger, treuer Gott,

wir schauen auf dieses Jahr zurück.

Ein Virus hat unser Leben verändert.

Was zuvor vertraut war, mussten wir aufgeben.

Wir waren in Sorge um unsere Lieben.

Wir haben täglich von Infizierten und Toten gehört.

Wir haben uns nicht an die täglichen Zahlen gewöhnt.

Wir sind erschöpft.

Du aber warst bei uns,

barmherziger, treuer Gott,

wir legen dieses Jahr in deine Hände zurück.

 

Nimm auf dein Herz

die Trauer um die Tausenden Toten.

Nimm auf dein Herz die Schmerzen.

Lass die Liebe dieses Jahres weiter blühen.

Lass die Furcht dieses Jahres vergehen.

Du aber warst bei uns,

barmherziger, treuer Gott,

wir legen dieses Jahr in deine Hände zurück.

 

Menschen, die wir zuvor nicht kannten, wurden uns wichtig.

Wir sind dankbar für die Berührungen, die möglich waren.

Wir sind dankbar für die Hilfe, die wir erfahren haben.

Wir sind dankbar für die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Wir sind dankbar für die Musik.

Du aber bist bei uns,

barmherziger, treuer Gott,

wir legen dieses Jahr in deine Hände zurück.

 

Mach das Glück dieses Jahres groß,

mach das Dunkel hell,

und segne deine Welt

durch Jesus Christus,

derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.

 

Vaterunser

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen,

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

 

Musik