Gottesdienst am 2. Advent (Jakobus 5, 7-9)

Musik

Votum

P       Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

G      Amen.

P       Der Herr sei mit Euch

G      und mit deinem Geist

Freie Begrüßung

Liebe Gemeinde,

Ich begrüße Sie zu diesem Gottesdienst am 2. Advent.

Der Wochenspruch steht bei Lukas im 21. Kapitel:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich  eure Erlösung naht.  (Lukas 21, 28)

Lied EG 7, 1+2+4 O Heiland reiß die Himmel auf

Hinführung zum Confiteor – Gebet

Die Adventszeit ist eine Zeit der Erwartung, der Sehnsucht:

Als Christinnen und Christen glauben wir,

dass Jesus von Nazareth zu unserem Heil in die Welt gekommen ist,

und wir glauben,

dass er am Ende der Zeit wieder­kommen wird,

um die Welt zu vollenden.

In jedem Gottesdienst kommt er uns entgegen in seinem Wort und in seinem Mahl.

Ihm dürfen wir alles bringen,                                   

alles, was uns froh macht und was uns beschwert.

Stille

Durch Jesus Christus bitten wir unseren himmlischen Vater: Gott, sei mir Sünder gnädig.

Alle: Der allmächtige Gott erbarme sich unser,

er vergebe uns unsere Sünde

und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Kyrie EG 178.9

Gnadenzusage

L       Der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt.

Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan.

Damit er die, die unter dem Gesetz standen, erlöste und wir als Kinder angenommen würden."

Wer das glaubt und getauft ist, der wird selig werden.

Das verleihe Gott uns allen. Amen.

 

P: (Darum:) Lobe den Herren meine Seele,

         und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

G: Der dir alle deine Sünde vergibt,

         und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,

der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit

 
Lied EG 4, 1+2 Nun komm, der Heiden Heiland

 

Kollektengebet

 

Barmherziger Gott, wir bitten dich:

Entzünde dein Licht in uns

Das Licht deiner Freundlichkeit

Das Licht deiner Güte

Das Licht deiner Liebe

 

Hilf uns, dein Licht weiterzugeben an Menschen, die im Dunkeln stehen

An Kranke und Behinderte

An Leidende und Sterbende

An Mutlose und Traurige

An alle, die nicht mehr weiter wissen

Und die am Ende ihrer Kräfte sind

 

Lass uns Botinnen und Boten der frohen Botschaft werden

Und leben, woran wir glauben.

Durch Jesus Christus, deinen Sohn unsern Bruder.

 

Lesung

Glaubensbekenntnis

 
Lied EG 10, 1+2 Mit Ernst o Menschenkinder

 

Predigt  Jakobus 5, 7-9

 

Übt euch in Geduld, Brüder und Schwestern,

bis der Herr wiederkommt!

 

Seht, wie der Bauer auf die köstliche Frucht seines Ackers wartet:

Er übt sich in Geduld –

so lange, bis Frühregen und Spätregen gefallen sind.

 

So sollt auch ihr euch in Geduld üben

und eure Herzen stärken.

Das Kommen des Herrn steht nahe bevor.

Gnade sei mit euch und Friede von dem,

der da war und der da ist und der da kommt! Amen.

 

Heute ist Nikolaustag.

In dieser Nacht kann so manches Kind kaum einschlafen.

Vom 5. auf den 6. Dezember.

Irgendwann, das wissen sie, würde der Nikolaus kommen.

Und er würde etwas in den Stiefel packen,

den sie auf die Fensterbank gestellt haben.

 

Wenn sie dann abends im Bett liegen,

überlegen sie, um welche Zeit er wohl kommen wird.

Ob sie ihn dieses Jahr vielleicht endlich einmal sehen könnten?

 

Wenn sie nachts wach werden,

dann lauschen sie.

 

Morgens tasten sie vorsichtig nach dem Stiefel.

Und dann war er dagewesen.

Übt euch in Geduld, Brüder und Schwestern!

 

Menschen warten andauernd.

Weil immer etwas vor uns liegt.

Und je mehr du wartest,

umso langsamer scheint die Zeit zu vergehen.

 

Menschen warten andauernd.

Auf den Freund, der immer zu spät ist.

Auf den Feierabend und das Wochenende und die Rente.

Auf das Klingeln des Telefons.

Auf die große Liebe.

Auf ein Kind.

 

Menschen warten andauernd.

Ich weiß von manchen,

die warten auf eine Diagnose,

und die Zeit dehnt sich unendlich,

weil keine Gewissheit so schlimm scheint wie die Ungewissheit.

 

Und manche warten auf das Sterben

(und andere warten mit ihnen).

Und manche warten,

dass der Schmerz in ihrer Seele abklingt,

weil es so wehtut, dass jemand fehlt.

 

Wir Menschen können warten,

weil wir eine Vorstellung von Zeit haben.

Anders als Tiere,

die immer in der Gegenwart leben.

 

Wir können zurückdenken und vorausdenken.

Und zugleich gilt:

Wir müssen zurückdenken und vorausdenken,

weil wir eine Vorstellung von Zeit haben.

Und wir müssen warten.

Manchmal ist das schön.

Und manchmal fühlt es sich ewig an.

Du denkst: wann endlich?

 

Denn es ist ja nicht nur die Zeit,

die schnell oder langsam vergeht,

sondern auch die Gedanken und Gefühle,

die in dieser Zeit stecken.

Ungeduld und Aufregung.

Oder Schmerz.

Anspannung und Vorfreude.

Oder Angst vor dem Unbekannten.

 

Du hoffst, dass die Zeit schnell oder langsam vergeht.

Aber in Wirklichkeit weißt du:

Es dauert so lange, wie es dauert.

Tag für Tag. Stunde für Stunde.

Und dann ist es endlich soweit

und das Warten hat ein Ende.

Und dann – dann kommt das nächste,

worauf du warten kannst und musst.

Dein Leben ist nie „ausgewartet“.

Es ist nie so, dass da nichts mehr kommt.

Oder?

Übt euch in Geduld, Brüder und Schwestern,

bis der Herr wiederkommt!

 

Seht, wie der Bauer auf die köstliche Frucht seines Ackers wartet:

Er übt sich in Geduld –

so lange, bis Frühregen und Spätregen gefallen sind.

 

So sollt auch ihr euch in Geduld üben

und eure Herzen stärken.

Das Kommen des Herrn steht nahe bevor.

 

Das schreibt der Jakobusbrief.

Er schreibt es ins ungeduldige Leben hinein.

Die Christinnen und Christen damals:

die warteten ungeduldig, dass Jesus wiederkommt.

Dass dann die Welt wieder geradegerückt wird.

 

Damals war sie ja auch schon so wie heute.

Gleichzeitig schön und schief.

Schief, dass man manchmal denkt:

Gott, jetzt greif doch endlich ein!

Und dann passiert nichts.

Und schön, dass man manchmal denkt:

So kann es jetzt bleiben!

Aber du kannst die Zeit nicht anhalten.

 

Übt euch in Geduld, Brüder und Schwestern!

Die Zeit läuft.

Ihr lauft mit.

Und Gott ist auch da.

Natürlich ist Er schon da.

 

Der Jakobusbrief sagt:

Manchmal kann man davon nur wenig erkennen.

Das ist,

wie wenn du manchmal auf den Boden blickst,

und da ist nichts zu sehen.

Nur blanke Erde.

 

Du denkst: Da wächst ja gar nichts.

Und dann kommt der erste Regen,

und auf einmal da ein grüner Flaum.

Dann bricht es durch, das Grün,

und zwar mit Macht.

Es ist dann nicht mehr aufzuhalten.

Du siehst die Zeichen und weißt: es wächst.

 

Genauso ist es mit dem Lichterglanz,

der im Advent auf Weihnachten hindeutet.

Und genauso ist es mit Gottes Kommen selbst.

 

So sollt auch ihr euch in Geduld üben

und eure Herzen stärken.

Denn Geduld ist tatsächlich etwas,

was man üben kann.

 

Wenn du weißt:

Alles hat seine Zeit.

Das Schöne.

Und das Schwere.

Das Schöne dauert nicht ewig.

Und das Schwere auch nicht.

Alles hat seine Zeit – nicht mehr und nicht weniger.

 

Und diese Zeit läuft.

Aber sie läuft nicht ab

sie läuft zu.

Sie läuft auf Jesus zu.

 

Und dann kann nichts mehr kommen.

Denn wenn Jesus kommt –

dann übersteigt das alles andere.

Dann ist das endgültig.

 

Noch ist es nicht so weit.

Aber wir sehen die Zeichen in der Welt,

dass etwas angefangen hat.

Wie das Hoffnungsgrün auf dem Feld.

Wie das Lachen der Liebe im Leben.

Wie die Lichter, die ankündigen:

Bald ist Weihnachten.

Und bis dahin warten wir.

 

Aber wie die Zeit nicht abläuft,

sondern auf Jesus zuläuft,

so warten wir auch nicht ab,

sondern wir warten auf Jesus zu.

 

Wir sind bereit.

Und zugleich nutzen wir die Wartezeit.

Gestalten sie.

Wir säen und ernten.

Wir beten und wir danken.

Wir sehen und wir sagen:

Da wächst etwas.

 

So warten wir auf Jesus zu.

So sollt auch ihr euch in Geduld üben

und eure Herzen stärken. Amen.

 

Predigtlied EG 8, 1-3 Es kommt ein Schiff geladen 

 

Eröffnung

 

L: Der Herr sei mit euch.

G: und mit deinem Geist

L: Die Herzen in die Höhe!

G: Wir erheben sie zum Herren.

L:  Lasst uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott.

G: Das ist würdig und recht:

 

Präfation

 

Wahrhaft würdig ist es und recht,

dass wir dich, Vater des Lebens,

menschenfreundlicher Gott,

zu allen Zeiten und an allen Orten loben und dir danken

durch unseren Herrn und Bruder Jesus Christus.

Ihn hast du gesandt zu deinem Volk,

damit es in ihm dein Heil und Deinen Frieden erfahre

damit erfüllt werde,

was verheißen haben die Propheten.

Darum preisen wir dich mit allen deinen Geschöpfen

und singen mit den Glaubenden aller Zeiten das Lob deiner Herrlichkeit:

Heilig, heilig, heilig

 

Sanctus S. 1154

 

Epiklese

 

Gott des Lebens,

wir bitten dich um deinen Leben schaffenden Geist,

dass er uns in deiner Gemeinschaft unter Brot und Wein heilsam stärke und erneuere an Leib und Seele,

wenn wir jetzt tun,

was Jesus mit den Seinen am Abend seines Verrates getan hat:

 

Einsetzungsworte

 

Unser Herr Jesus Christus,

in der Nacht, da er verraten ward,

nahm er das Brot,

dankte und brach’s

und gab’s seinen Jüngern und sprach:

Nehmet hin und esset:

Das + ist mein Leib,

der für euch gegeben wird.

Solches tut zu meinem Gedächtnis.

 

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl,

dankte und gab ihnen den

und sprach:

Nehmet und trinket alle daraus:

Das + ist mein Blut,

das für Euch vergossen wird

zur Vergebung der Sünden.

Solches tut,

sooft ihrs trinket,

zu meinem Gedächtnis.

 

P: So oft ihr von diesem Brot esst und von diesem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod und die Auferstehung unseres Herrn, bis er kommt.

 

G: Deinen Tod, o Herr verkünden wir

und deine Auferstehung preisen wir,

 bis du kommst in Herrlichkeit. Amen.

 

Agnus Dei S. 1157/58

 

Friedensgruß

 

Der Friede Gottes sei mit uns allen. Amen

 

Vaterunser

 

Austeilung

 

Kommt, es ist alles bereit.

Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist.

Wohl denen, die ihm vertrauen. Amen

 

Dank nach dem Abendmahl

 

L: Danket dem Herrn denn er ist freundlich.

G: Und seine Güte währt ewiglich. 

 
Predigtlied EG 8, 4-6 Es kommt ein Schiff geladen 

 

Abkündigungen

Fürbitten

 

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?                   

Komm, denn wir warten.                                                          

Komm, denn so wie es ist,                                              

soll es nicht bleiben.

In Syrien, in Kurdistan, im Jemen und so vielen anderen Regionen der Erde leiden die Menschen unter Krieg und Vertreibung.                                     

Und zu dem Krieg gesellt sich ein unsichtbarer Feind, das Corona-Virus,                                                   

und wütet dort am stärksten,                                         w

o die Menschen ausgezehrt sind und verzweifelt.                                                                             

Komm, denn die Menschen warten auf Frieden und Gerechtigkeit, auf Neuanfang                                                                         

Komm, denn so wie es ist,                                             

 kann es nicht bleiben.

Wir rufen zu dir:                                                             

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?                             

Die Flüsse und Wälder sind bedroht.                               

Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum. Hilflos ist die Schöpfung der Gewalt ausgeliefert.                                                                      

Gift und Gier zerstören unsere Lebensgrundlagen.                                                        

Komm, denn deine Schöpfung wartet.                                         

Komm, denn so wie es ist,                                                            

kann es nicht bleiben.

Wir rufen zu dir:                                                                  

 Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?                    

Hass und Angst breiten sich aus.                    

Nächstenliebe und Güte werden verlacht                            

und Hilfsbereitschaft wird verächtlich gemacht.                         

Die Menschen haben die Wahl in ihren Worten und mit ihren Taten.                                                    

Komm, denn es ist genug Hass ausgeschüttet.              

Komm, denn so wie es ist,                                              

kann es nicht bleiben.

Wir rufen zu dir:                                                         

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?                   

Krankheit und Tod reißen Wunden.                              

Voller Hoffnung rufen die Verzweifelten.                    

Mit Tränen in den Augen hoffen die Trauernden.

Mit letzter Kraft kämpfen die Guten für ihre Lieben.                                                                             

Komm, denn die Schwachen und Müden warten.                                                                                                    

Komm, denn so wie es ist,                                         

kann es nicht bleiben.                                                     

 

Wir rufen zu dir:                                                                  

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?                     

Ein junges Paar har sein erste Kind im Mutterleib verloren                                                                        

gestern ist in aller Stille geboren worden.                     

Nimm den kleinen Jungen auf in dein Reich.

Umhülle ihn sanft,

führe ihn zu neuem Leben,

und lass ihn bei dir geborgen sein.

Gott, ich bitte dich,

stärke die Eltern in der Zeit der Trauer.

Höre ihre Klage, ihren Schmerz

ihre Wut und die Fragen nach dem "warum?"

Gib ihnen die Kraft,

ihren Fragen und aller Ungewissheit standzuhalten.

Mache ihre Liebe stark,

dass diese schwere Erfahrung noch näher zueinander führt

und einer den anderen in den schwachen Momenten tragen kann.

Tröste sie durch die Hoffnung,

dass wir dank Jesus zu neuem Leben auferstehen.

Komm, denn dieses junge Paar und die ganze Familie       

 wartet auf Trost.                                                                          

Komm, denn so wie es ist,                                                            

kann es nicht bleiben. Amen

Sendung und Segen

Nachspiel