18. Sonntag nach Trinitatis (5. Mose 30, 11-14) mit Abendmahl

18. Sonntag nach Trinitatis 2020

(2. Mose 30, 11-14)

 

Musik

Votum

P: Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

G: Amen

P: Der Herr sei mit Euch

G: und mit deinem Geist

Freie Begrüßung

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie zu diesem Gottesdienst am 18. Sonntag nach Trinitatis.

Das Thema dieses Sonntags ist die Nächstenliebe. Damit ist gemeint,

dass Liebe zu Gott nur für sich in Anspruch nehmen kann, wer an seinen Mitmenschen nicht vorbei sieht. 

Davon spricht auch der Wochenspruch aus dem 1. Johannesbrief.

Das Gebot haben wir von ihm,

dass, wer Gott liebt,

dass der auch seinen Bruder und seine Schwester liebe.

 

Lied EG 502, 1+5 Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit

 

Hinführung zum Confiteor – Gebet

Barmherziger Gott,

Vor dich bringe ich meine geheimen Gedanken,

meine Zweifel, Ängste und Bitten.

 

Vor dich bringe ich meine engen Grenzen,

meine kurze Sicht, mein kleines Stück Leben,

-         wandle es in Weite!

 

Vor dich bringe ich mein verlorenes Zutrauen,

meine Ängstlichkeit, mein verschlossenes Herz,

-         wandle es in Wärme!

 

Vor dich bringe ich meine Ohnmacht,

mein schwaches Selbstvertrauen

alles, was mich beugt und lähmt,

-   wandle es in Stärke!

 

Vor dich bringe ich was mir misslungen ist,

wo ich gefehlt habe und an den Menschen

und bitte: Gott, sei mir Sünder gnädig.

 

G      Der allmächtige Gott erbarme sich unser,

er vergebe uns unsere Sünde

und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

 

Kyrie 178.11x3 Herr, erbarme dich

 

Zuspruch

 

Der allmächtige Gott hat sich über uns erbarmt.

In Jesus Christus strahlt seine Güte auf,

durch ihn erfüllt er uns mit seiner Liebe.

Gottes Liebe kann uns verwandeln und neu machen.

Wer das glaubt und getauft ist, der wird selig werden.

Das verleihe Gott uns allen.

 

P: Lobe den Herren meine Seele,

         und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

G: Der dir alle deine Sünde vergibt,

         und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöset,

der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit

 

Glorialied EG 272 Ich lobe meinen Gott

 

Kollektengebet

 

Aufrecht hast du uns gewollt, barmherziger Gott

Mutig und voller Würde

Einen geraden Rücken sollen wir haben

und einen aufrechten Gang,

weil wir Menschen in der Nachfolge Christi sind

Lass uns aus diesem Wissen Kraft schöpfen,

Lass uns in diesem Wissen leben ohne Angst.

 

Lass uns miteinander umgehen,

wie es durch Christus befreite Menschen tun können:

Aufrecht, liebevoll und großmütig.

Lass uns aufstehen gegen alles,

was das Leben einschränken verkrümmen oder behindern will.

Erfülle uns täglich mit deiner Kraft und deiner Liebe

durch Jesus Christus, deinen Sohn unseren Bruder

Amen

 

Lesung Lektor

 

P/L: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

G: und ein Licht auf meinem Wege.

 

Lied EG 650, 1-3 Liebe ist nicht nur ein Wort 

 

Predigt 5. Mose 30, 1-12


Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete,

ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern.

Es ist nicht im Himmel,

dass du sagen müsstest:

Wer will für uns in den Himmel fahren

und es uns holen,

dass wir’s hören und tun?

 

Es ist auch nicht jenseits des Meeres,

dass du sagen müsstest:

Wer will für uns über das Meer fahren

und es uns holen,

dass wir’s hören und tun?

 

Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir,

in deinem Munde und in deinem Herzen,

dass du es tust. (P)

 

Es ist das Wort ganz nah bei dir.

Gottes Wort.

Und wohl Gott selbst.

sagt Mose.

 

Nein, nein.

Es ist zu fern, sagt der Stress.

Wo ist das Wort bei den 8 Stunden im Büro oder in der Werkstatt?

Wo beim Pausenbrot richten und Geschirrspülen?

Wo beim Zeitunglesen, bei den täglichen Überweisungen, bei Hausaufgaben und Terminen?

 

Gott ist da nicht dabei, oder?

und was kann sein Wort mir helfen?!

 

Die ganze Sache mit Gott und seinem Wort

all diese Zusagen, Verheißungen, Gebote, Einladungen

klingen schön –

ändern aber nichts am Alltagstrubel.

Es ist einfach zu fern, sagt der Stress.

 

Und es ist zu hoch, sagt die Trägheit.

Es ist mir einfach zu hoch.

Riesige Bibliotheken voller Dogmatiken, Fachbüchern, Aufsätzen und Kommentare

suchen Antworten

über Gott. Das Wort.

Das richtige Verstehen. Das richtige Tun.

 

Suchen in Philosophie, Kunstgeschichte, Metaphysik, Systematik, Ethik, Altorientalistik.

Wer kann das schon verstehen?!

Wer kann verstehen,

wie das ist mit der Dreieinigkeit

und mit Jesus Christus,

mit Auferstehung

und dem Heiligen Geist,

ob Gebete etwas nutzen und was die Zukunft bringt.

Und mit dem Wort.

 

Wenn du es nicht begreifen kannst,

brauchst du es auch nicht hören.

Es ist zu hoch, sagt die Trägheit.

 

Es ist auch zu radikal, sagt der Zweifel.

Da fehlen die ganzen „vielleichts“,

die das Leben mit sich bringt.

Vielleicht gibt es Gott.

Vielleicht haben die anderen Religionen auch recht.

Vielleicht ist alles nur Zufall

und vielleicht endet es alles mit Zufall

vielleicht gibt es ein Leben nach dem Tod, -  

aber wer weiß das schon.

 

Es kann doch nicht so in Stein gemeißelt sein!

Wer kann es schon wissen?

Wer kann sich schon anmaßen zu sagen,

was Gott will.

Wer kann es sehen oder hören, riechen, schmecken, fühlen?

Gott.

Sein Wort.

 

Es ist mir zu radikal, sagt der Zweifel.

Es ist mir zu hoch, sagt die Trägheit.

Es ist mir zu fern, sagt der Stress.

 

Es ist, was es ist, sagt Mose.

Gott ist dir ganz nahe.

Und sein Wort.

Ist in deinem Mund und in deinem Herzen,

dass du es tust.

Nicht im Himmel oder jenseits des Meeres,

nicht fern in anderen Gebieten,

zu denen du keinen Zugang findest.

 

Nicht zu hoch,

als spräche es von einer anderen Welt.

Gott spricht zu deiner Welt.

so nah ist er.

 

Ich kenne Euch doch, sagt Mose,

zu dem Stress

und der Trägheit

und dem Zweifel.

 

Ich bin mit Euch 40 Jahre durch die Wüste marschiert.

Am Berg Sinai vorbei,

und nach oben in Gottes Gegenwart,

der Wolken- und Feuersäule hinterher durch dürres Land,

als Wasser aus den Felsen und Wachteln vom Himmel kamen

und Gott uns den Weg bereitete.

 

Jeden Tag habt ihr herumgeschrien.

Oft viel zu laut.

 

Aber ihr habt nicht recht behalten.

Es ist anders.

Gottes Wort.

Und wohl Gott selbst.

 

Habt ihr es nicht gemerkt?

Er ist ganz nah.

Und der Stress und die Trägheit werden ganz nachdenklich.

Nur der Zweifel bleibt laut.

 

Gott? schreit der Zweifel. Wirklich?

 

Und die Angst pflichtet ihm bei.

Das ist doch zu unkonkret, sagt die Angst.

Das Wort.

Und Gottes Da-Sein.

 

Es sagt mir nicht, was morgen passiert.

Und was übermorgen kommt.

Sagt mir nicht,

welche Ausmaße Corona annimmt

und die Flüchtlingsströme;

sagt mir nicht, wie sicher meine Arbeitsstelle ist

und wie es nach der Krankheitsdiagnose weitergeht.

 

Die Worte sprechen nur von Liebe.

Aber du siehst,

dass es nicht funktioniert.

Wie die Liebe machtlos ist.

 

Warum ist es nur das Wort, fragt die Angst.

Gott müsste es doch anders machen, mächtiger, kraftvoller, sichtbarer.

Alles andere bleibt für uns ein Wagnis.

Ein furchtbares Wagnis.

Es ist zu unkonkret, sagt die Angst.

 

Und der Zweifel klatscht in die Hände.

 

Außerdem, meldet sich der Stolz,

brauchen wir es nicht.

 

Ich weiß, sagt der Stolz, es ist nicht alles perfekt.

Aber wo ist schon alles perfekt?!

Das Wort macht uns zu Sündern,

fehlerhaft,

durch und durch verkrümmt;

Diese Worte sind doch zerstörend.

und weltfremd.

 

Wir werden es schon hinbekommen.

Ohne diese Worte,

und ohne Gott.

Die Worte gehen mir nicht nahe, sagt der Stolz,

sondern bleiben unangenehm drohend über mir hängen.

 

Es ist mir zu weltfremd, sagt der Stolz.

Es ist mir zu undeutlich, sagt die Angst.

Es ist mir zu fern, sagt der Zweifel.

 

Es ist, was es ist, sagt Gott.

Mein Wort ist dir ganz nahe,

deinem Herzen nahe.

und deinem Mund.

und in dir.

 

Mein Wort: Du bist geliebt.

In allem.

Durch alles.

Mit allem.

Heute und Morgen.

und am Ende.

So nahe bin ich dir.

 

Ich kenne Euch doch, sagt Gott

zu der Angst, dem Stolz und dem Zweifel.

 

Manchmal ist gut, dass ihr da seid.

Manchmal ist es gut,

wenn ihr euch meldet

und die Finger in die Wunden eines krankmachenden Glaubens legt.

 

Aber manchmal seid ihr blind

schaut dahin, wo der Himmel ist

sucht jenseits des Meeres

nach den Trugbildern,

von denen ihr irgendwann einmal gehört habt.

 

Aber dort ist Gott nicht.

Denn das Wort ist dir ganz nah,

Gott ist dir nahe.

Jetzt. Heute. Morgen. Gleich.

in Wüstenzeiten.

In Aufbrüchen.

Beim Ankommen.

In der Ohnmacht.

In der Stärke.

 

Du bist geliebt.

Und Du sollst auch lieben.

Dein Herz weiß das schon.

Tief drinnen.

Und dein Mund ahnt es in manchen Augenblicken.

Und du kannst es wagen.

 

Da wird die Angst ganz klein

und der Stolz wird kleinlaut,

ja, selbst der Zweifel zweifelt an seinem Zweifeln.

 

Aber, bricht die Leidenschaft heraus,

diese Ideale sind zu hoch!

Immer zu lieben!

Sogar den Nachbar, den Kollegen, den Mitschüler,

nicht nur die coolen, netten,

auch die Mobber und Egozentriker.

 

Weißt du nicht, was Ärger ist?

Wie die Wut manchmal nach oben kommt?

Wie die Trauer dich auffrisst

und die Scham dich erschüttert?

Kennst du keine Verzweiflung?

Keine Empörung?

 

Liebe ist so fern, wer kann sie erreichen?!

Es müsste jemand für uns in den Himmel steigen

und sie herabholen,

dass wir‘s hören und tun.

 

Außerdem

wird auch die Liebe nichts ändern,

seufzt die Hoffnungslosigkeit.

Das Wort wird nichts ausrichten.

Die Idee ist zu alt.

Es ist das,

was die Menschen früher geglaubt und erlebt haben.

In einer anderen Zeit. An anderen Orten.

Und mit einem anderen Wissensstand.

Wir leben doch in anderen Zeiten!

Wie kannst du Mose mit uns vergleichen

Unsere Welt mit dem Auszug aus der Wüste ins gelobte Land?!

 

Das Wort – nenn es Liebe, nenn es Gott -

kann doch nicht all die Probleme lösen,

die uns bedrohen.

Es bringt doch alles nichts,

sagt die Hoffnungslosigkeit.

 

Es ist zu alt.

Zu fern.

zu hoch.

 

Es ist, was es ist, sagt Gott.

Die Liebe.

Mein Wort.

Meine Gegenwart.

 

Es ist, was es ist.

Nicht im Himmel oder jenseits des Meeres.

Sondern bei dir.

In deinem Mund und in deinem Herzen.

Und draußen in der Welt.

 

Ich kenne dich ja, sagt Gott zur Leidenschaft.

Du gehörst doch zu mir.

Was ist mein Wort denn anderes als meine Leidenschaft,

vom Himmel herabgestiegen,

auf dass ihrs hören und tun könnt?!

Und du wirst sehen:

Es wird sich alles ändern.

Denn dich, sagt Gott zur Hoffnungslosigkeit,

Dich kenne ich nicht. Amen

 

Predigtlied EG 412, 1.4-5 So jemand spricht: Ich liebe Gott

 

Abkündigungen

 

Predigtlied EG 412, 6-8 So jemand spricht: Ich liebe Gott

 

Eröffnung

 

L: Der Herr sei mit euch.

G: und mit deinem Geist

L: Die Herzen in die Höhe!

G: Wir erheben sie zum Herren.

L:  Lasst uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gott.

G: Das ist würdig und recht:

 

Präfation

 

Wahrhaft würdig ist es und recht, dass wir dich, Vater des Lebens, menschenfreundlicher Gott,

zu allen Zeiten und an allen Orten loben und dir danken

durch unseren Herrn und Bruder Jesus Christus.

Durch ihn hast du Menschen aus allen Völkern

zu deiner Gemeinde gerufen,

damit sie dir zu Ehren leben

und deinen Ruhm verkündigen.

Darum preisen wir dich mit allen deinen Geschöpfen

und singen mit den Glaubenden aller Zeiten das Lob deiner Herrlichkeit:

Heilig, heilig, heilig

 

Sanctus S. 1154

 

Epiklese

 

Gott des Lebens,

wir bitten dich um deinen Leben schaffenden Geist,

dass er uns in deiner Gemeinschaft unter Brot und Wein heilsam stärke und erneuere an Leib und Seele,

wenn wir jetzt tun,

was Jesus mit den Seinen am Abend seines Verrates getan hat:

 

Einsetzungsworte

 

Unser Herr Jesus Christus,

in der Nacht, da er verraten ward,

nahm er das Brot,

dankte und brach’s

und gab’s seinen Jüngern und sprach:

Nehmet hin und esset:

Das + ist mein Leib,

der für euch gegeben wird.

Solches tut zu meinem Gedächtnis.

 

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl,

dankte und gab ihnen den

und sprach:

Nehmet und trinket alle daraus:

Das + ist mein Blut,

das für Euch vergossen wird

zur Vergebung der Sünden.

Solches tut,

sooft ihrs trinket,

zu meinem Gedächtnis.

 

Agnus Dei S. 1157/58

 

Friedensgruß

 

L:      Der Friede des Herren sei mit Euch allen.

G:     Amen

 

Vaterunser

 

Austeilung

 

Kommt, es ist alles bereit.

Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist.

Wohl denen, die auf ihn trauen

 

Dank nach dem Abendmahl

 

L: Danket dem Herrn denn er ist freundlich.

G: Und seine Güte währet ewiglich.

 

Fürbitten

 

Gott, unser Vater,

wir danken dir dass du uns in deinem Wort und in deinem Mahl gestärkt hast

Geh weiter mit uns.

Schütze alle, die wir lieb haben, und gib, dass nichts uns trennt.

Sei auch mit den Menschen,

mit denen wir uns schwer tun.

Schenke uns ein offenes und barmherziges Herz.

Wir loben dich für alle deine Güte,

und preisen dich durch Jesus, unseren Herrn. Amen.

 

Segen

 

Nachspiel